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Ermittlungen in Bayern

Nach Schlag gegen Kinderporno-Plattform "KidFlix": Wer sind die Pädokriminellen?

  • Veröffentlicht: 03.04.2025
  • 14:31 Uhr
  • Laura Gebertshammer
Ein Mann arbeitet an der Tastatur eines Laptops.
Ein Mann arbeitet an der Tastatur eines Laptops.© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Sexuelle Gewalt gegen Kinder passiert oft zu Hause - auch wenn sie später im Netz zu sehen ist, wie es vom Kinderschutzbund heißt. Die Täter kommen demnach mitten aus der Gesellschaft.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Pädokriminelle Täter kommen nach Beschreibung des Kinderschutzbundes mitten aus der Gesellschaft.

  • Ermittlern aus 38 Ländern war kürzlich der europaweit bislang größte Schlag gegen Kinderpornografie gelungen.

  • Laut dem Kinderschutzbund passiert der Missbrauch häufig zu Hause, im räumlichen Nahraum von Kindern.

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Pädokriminelle Täter kommen mitten aus Gesellschaft

Pädokriminelle Täter kommen nach Beschreibung des Kinderschutzbundes mitten aus der Gesellschaft. "Das ist so eine ganz große Breite der Gesellschaft, das ist nicht irgendwie so dunkel, wie man sich das vielleicht so vorstellt", sagte der Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, im ZDF-"Morgenmagazin" mit Blick auf die ausgehobene Darknet-Plattform "Kidflix". "Das sind Familienväter, das sind junge Menschen, alte Menschen, wie Missbrauchsgeschehen allgemein: Das lässt sich weder an der gesellschaftlichen Schicht noch an irgendetwas anderem festmachen." Es sei "mittendrin in unserer Gesellschaft".

1,8 Millionen Nutzer auf zerschlagener Missbrauchsplattform

Ermittlern aus 38 Ländern war zuvor der europaweit bislang größte Schlag gegen Kinderpornografie gelungen. Sie konnten die Darknet-Plattform abschalten, die im Zeitraum der Ermittlungen von rund 1,8 Millionen Menschen genutzt wurde, um sich Fotos und Videos von teils schwerem sexuellem Kindesmissbrauch anzuschauen. Rund 1.400 Verdächtige konnten bislang identifiziert werden, 79 Menschen wurden insgesamt festgenommen, wie das federführende Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) in München mitteilte.

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Missbrauch passiert häufig Zuhause

Grein vom Kinderschutzbund sagte: "Der Missbrauch passiert häufig zu Hause, im räumlichen Nahraum von Kindern, wie Missbrauch allgemein." Kinder würden in der Regel nicht entführt und gefangengehalten - sondern es sei Missbrauch von Personen, die das Vertrauen der Kinder hätten.

Die Ermittler beschlagnahmten Tausende elektronische Geräte und Speichermedien, die zum Großteil nun noch ausgewertet werden müssen. Die Verdächtigen sollen nicht nur Abbildungen schwerer sexualisierter Gewalt gegen Kinder angeschaut oder heruntergeladen haben - einige von ihnen werden auch verdächtigt, selbst Kinder aktiv missbraucht zu haben.

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  • Verwendete Quelle:
  • Nachrichtenagentur dpa
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