Mehr Investition in die Verteidigung
Trump macht Druck - NATO-Verteidigungsausgaben wachsen langsamer als erhofft
- Veröffentlicht: 28.08.2025
- 22:55 Uhr
- Michael Reimers
Die Nato investiert 2024 zwar Milliarden in Verteidigung, doch das Wachstum schwächelt. Trump fordert schon jetzt, die Marke von zwei Prozent künftig deutlich höher zu legen.
Donald Trump hat die NATO wieder im Visier: Der ehemalige US-Präsident fordert von den europäischen Verbündeten deutliche Steigerungen bei den Verteidigungsausgaben. Zwar wachsen die Budgets, doch nicht so schnell wie erhofft.
Laut NATO-Prognosen sollen die europäischen Staaten und Kanada ihre Ausgaben in diesem Jahr um 15,9 Prozent auf 559 Milliarden US-Dollar erhöhen – das ist weniger als noch im Vorjahr. Gleichzeitig machen die USA mit 845 Milliarden US-Dollar weiterhin den größten Anteil aus.
Während Trump Druck von außen macht, verschärft sich die Debatte in Deutschland, wie dauerhaft die Militärausgaben gesichert werden können. Bundeskanzler Friedrich Merz wirbt für eine starke Bundeswehr und kündigt an, das Land langfristig zur militärischen Führungsnation in Europa auszubauen.
Rückgang der Investitionen in Verteidigung in 2025
Die europäischen NATO-Staaten und Kanada erhöhen ihre Verteidigungsausgaben in diesem Jahr voraussichtlich weniger stark als noch im vergangenen Jahr. Im vergangenen Jahr gab es noch ein Plus von schätzungsweise 18,6 Prozent - rund drei Prozent mehr als 2025.
Die Europäer und Kanada bleiben damit weiterhin klar hinter den USA zurück. Ein NATO-Sprecher verwies allerdings darauf, dass für Deutschland wegen der lange unklaren Haushaltslage bislang nur Ausgaben in Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts einkalkuliert wurden. Demnach könnte sich die Differenz noch etwas verringern, wenn der Bundeshaushalt für das laufende Jahr verabschiedet wird und Berlin neue höhere Zahlen vorlegt.
Diese Staaten erreichen das NATO-Zwei-Prozent-Ziel
Bereits im Juni hatte Nato-Generalsekretär Mark Rutte auf Grundlage der von den Mitgliedstaaten gemeldeten Zahlen mitgeteilt, dass in diesem Jahr abgesehen von Island alle Mitgliedstaaten mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung wollen. Damit wird mit einem Jahr Verspätung eine 2014 vereinbarte Zielvorgabe erreicht.
Zeit zum Ausruhen bleibt den meisten Mitgliedern des Verteidigungsbündnisses allerdings nicht. Beim Gipfeltreffen Ende Juni wurde nun unter dem Druck von US-Präsident Donald Trump vereinbart, künftig mindestens einen Betrag in Höhe von 3,5 Prozent des nationalen BIP in Verteidigung zu investieren. Hinzu sollen dann noch einmal 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Ausgaben – beispielsweise für Infrastruktur – kommen. Insgesamt soll so eine Quote von fünf Prozent erreicht werden.
Während international die Zahlen im Fokus stehen, setzt Friedrich Merz innenpolitisch auf klare Signale. Bei seinem Antrittsbesuch bei der Marine auf der Fregatte "Bayern" betonte er die Bedeutung einer starken Bundeswehr. Vor allem angesichts der Bedrohung aus Russlands werde die Bundesregierung "in den nächsten Monaten und in den nächsten Jahren alles tun, die Freiheit, den Frieden und die territoriale Integrität des Bündnisgebietes zu schützen", sagte Merz.
Merz machte deutlich, dass die Aufrüstung nicht nur mit Geld, sondern auch mit Personal zusammenhängt. "Nicht Schiffe verteidigen, nicht Maschinen, nicht Panzer, nicht Flugzeuge, sondern Menschen leisten die Arbeit und Menschen verteidigen unser Land" , so der Kanzler.
Kritik bleibt nicht aus: Oppositionsstimmen verweisen darauf, dass ein zu starker Fokus auf Militär die Investitionen in Bildung, Innovation und Soziales verdrängen könnte. Dennoch steht für Merz fest, dass die Bundeswehr aufgerüstet werden muss – und Deutschland die Führungsrolle in Europa übernimmt.
- Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa